Japan Aizu
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Aizu ist ein ländliches Gebiet, mitten in Japan, umringt von Bergen.
Es gibt sehr viel schöne Natur und zusätzlich erstaunlich viel zu sehen, zumindest im Vergleich zum oft besuchten Koriyama und Niigata. Aber das könnte auch einfach daran liegen, dass ich jetzt hier lebe und damit natürlich viel Zeit habe, jede Kleinigkeit anzuschauen.
Mir wurden viele Horror-Stories erzählt und vor dem Winter gewarnt. Letztes Jahr war der Schnee wohl teilweise über einen Meter hoch und die Züge konnten nicht mehr fahren, wodurch man ohne Auto (oder Bus) in der Region gefangen ist. Das musste ich dieses Jahr (noch) nicht erleben. Es gibt zwar häufig kleine Schneestürme, wodurch das raus gehen erschwert wird, aber nur mit Schneemengen bis maximal 20 cm.
Es gibt viele Geschichten zu den Samurai, nachdem Aizu der letzte Samuraistandort war. Zusätzlich ist der letzte Kampf Weltbekannt, sodass damals selbst Mussolini und deutsche Nazis kleine Statuen geschickt hatten, um den Mut von jugendlichen Samurai zu feiern. Diese Geschichte hört man in der ganzen Präfektur Fukushima immer wieder und die Krieger werden noch heute auf dem Berg auf dem sie gestorben sind angebetet. Auf dem gleichen Berg gibt es unabhängig davon noch einen sehr speziellen Tempel, der eine Wendeltreppe nach oben und eine nach unten hat,
Sehr wichtig in der Geschichte von Aizu ist natürlich die Burg, die nach dem Angriff wieder aufgebaut wurde.
In der dazugehörige, wiederaufgebaute Samuraischule Nisshinkan kann heute noch besucht werden um die strengen Regeln der alten Elite Japans zu erfahren.
Wie oben bei Bildern der Burg schonmal gesehen, findet man hier in Aizu (und überall von Tokyo bis Sendai) häufig das Maskottchen der Region: Akabeko (deutsch: rote Kuh). In Japan braucht natürlich alles ein Maskottchen und damit auch jede Region. Laut der lustigeren der zwei Entstehungsgeschichten (laut Wikipedia) gab es eine Kuh, die nach dem Aufbau eines Tempels in der Region nicht mehr davon weg wollte, bis sie zu Stein wurde.
Nachdem eine Kuh für einzelne zu langweilig ist, wurde eine Anime-Version erstellt, das Akabeko-Girl (oben). @the_crafting_quest hat aus diesem Bild dann eine Figur gehäkelt:
Natürlich gibt es in Aizuwakamatsu auch wieder einen sehr schönen Garten mit etwas Geschichte aus der Samurai Zeit.
Beim fahren durch die größte Stadt in Aizu, Aizuwakamatsu kommt man zwangsweise an Feldern oder Friedhöfen vorbei, die die Quadratmetergröße von Aizu etwas erklärt. Bei der Fahrt von der Universität zur älteren Einkaufsstraße gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder ich fahre durch eine modernere Einkaufsstraße oder durch die daneben liegenden Felder.
In der erwähnten Einkaufsstraße gibt es neben den Souvenirgeschäften und den wirklich sehr schönen Geschäften mit selbstgemachten Besteck und Stoffen auch ein Nostalgie Museum. Das ist zwar Eigentlich nur das erste Stock von einem Geschäft aber sehr witzig, nachdem hier auf sehr wenig Platz erstaunlich viele Gegenstände aus Japan ca. 1960 gezeigt werden.
In der näheren Umgebung gibt es eine Region mit mehreren Onsen, eine 57 m hohe Buddha Statue in die man auf 40 m auch selbst hoch gehen kann und die von einem schönen Park umringt ist und den dritt größten See Japans.
Nachdem die Stadt von vielen stark bewachsenen Bergen und runden Hügel umschlossen ist, darf man hier sehr viel Bergauf Radeln oder durch Tunnel Zug fahren. Das hat aber natürlich auch den Vorteil eines sehr guten Ausblicks auf die Stadt und Natur.




Während die meisten alten Gebäude in Aizuwakamatsu wiederaufgebaut sind gibt es kleines schönes Dorf in den Bergen mit dem Namen Ouchi-juku. Hier werden die alten Häuser noch sehr traditionell instand gehalten. Die Hausdächer bestehen aus einer sehr dicken Schicht getrockneter Reishalme, die alle paar Jahre erneuert werden müssen. Das Material dafür wird anscheinend durch Handarbeit gesammelt, getrocknet, zugeschnitten und auf den Dachteilen aufgetragen. Mittlerweile ist das Dorf eine sehr touristische Straße mit Restaurants und Souvenirgeschäften.