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Nach Hiroshima bin ich gleich nach Nagasaki um mir auch die Folgen der zweiten Atombombe, die auf Japan abgeworfen wurde, anzuschauen. Davor wollte ich aber noch die Stadt selbst und das zu dem Zeitpunkt laufende Laternenfest zum chinesischem Neujahr im Chinatown anschauen.

Nagasaki hat einen der südlichsten Häfen in Japan und war damit schon früher ein wichtiger Hafen im Handel mit China und der westlichen Welt. Daraus entstand sowohl ein großes chinesisches als auch westliches Viertel. Auch das Christentum ist hier im Vergleich zum Rest Japans relativ wichtig, weshalb auch in mehreren Museen die damalige Verfolgung von Christen besprochen wird. Selbst in der Zeit, in der sich Japan nach außen abschottete wurde über Nagasaki weiterhin Handel betrieben.

Gebäude als Schildkröte mit Buddha auf dem Dach

Kirche

durch Atombombe zerstörte Kirche

Nachdem das Chinatown in Nagaski eine große Rolle spielt, wird auch das chinesische Neujahr groß gefeiert. Wie es sich für ein Laternenfest gehört sind überall beleuchtete Laternen zu sehen. Dazu gibt es noch viele mehr oder weniger schönen Papier- und Stofffiguren, die vor allem nach Sonnenuntergang alles sehr schön aussehen lassen. Durch das viele gute Essen und Events wie Gesang mit traditionellen Instrumenten und Tanz werden wird einem auch nie langweilig. Mein Highlight war der Drachentanz, der unter Musikbegleitung erst auf der Bühne und dann in der halben Stadt umherfliegt.

leuchtende Papierfiguren Laternen

Stofffiguren in chinesischer Kleidung

beleuchtete Pferde

Gesang mit traditionellem Instrument

traditionelle Instrumente

traditionelles Trommeln mit Tanz aus Okinawa

traditionelles Trommeln mit Tanz aus Okinawa 2

mit Laternen beleuchtete Gasse

mit Laternen beleuchteter Fluss

mit Laternen beleuchtetes Pavillon

tanzender Drache kommt aus dem Pavillon

tanzender Drache

tanzender Drache vor Instrumenten

Drache tanzt durch die Stadt

Der Wiederaufbau nach der Atombombe führte zu einer großen Expansion der Stadt, die sich heute in alle Richtungen bis über die Berge streckt. Der Blick bei Nacht über die Stadt wohl laut irgendeiner Liste einer der drei besten der Welt, wie auf der Fahrt auf den Berg mehrfach durchgesagt wird. Auf jeden Fall war er sehr schön und hat sich für mich gelohnt.

Sonnenuntergang über einem Berg und dem Meer

Blick aufs Meer bei Nacht

Nagasaki bei Nacht 1

Nagasaki bei Nacht 2

Nagasaki bei Nacht 3

Wie auch schon in Hiroshima bleibt die Atombombe auch nach dem Wiederaufbau ein wichtiges Thema. Einzelne Erinnerungen dazu sind in der Stadt immer wieder zu sehen. Neben den Denkmälern war für mich das einbeinige Tori-Tor am Eindrucksvollsten. Das 800 meter von der Bombe entfernte Tor wurde nur zur Hälfte zerstört und steht so noch heute.

Denkmal mit blühendem Baum im Hintergrund

Denkmal der Leidenden

"Children Trusting in the Future" Denkmal

einbeiniges Tori-Tor

erhaltengebliebene Bäume vor dem Eingang eines Schreins

Auch in Nagasaki ist das Museum zur Atombombe sehr Eindrucksvoll. Es werden, wie in Hiroshima, schreckliche Bilder gezeigt und Geschichten erzählt.

zerstörte Uhr, stehengeblieben um 11:02

Ich will hier mal genauer die unglaublichen Folgen der Atombombe in Nagasaki erklären.

In den ersten Wochen sind ca. 70000 Menschen von den direkten Folgen der Atombombe in Nagasaki gestorben. Die Atombombe wurde 500 m über dem Boden explodiert. Die resultierende Hitzewelle erhitzt den Bode auf bis zu 4000 Grad und lässt alles in näherem Radius sofort zu Staub zerfallen lassen. Flüssigkeiten im Körper sind verdampft und Knochen wurden karbonisiert. In einem Radius bis zu 1200 m war alleine diese Hitzewelle sofort tödlich. In einem Radius von 1500 m ist diese Welle immer noch ca. 600 Grad heiß und verbrennt damit Kleidung und Haut aller betroffener Menschen.

menschliche Handknochen in Glas eingeschmolzen

Wenn ein Mensch zufällig in einem Keller oder hinter einem Berg war, ist es möglich diese erste Welle zu überleben. Als nächstes brennen alle Gebäude in einem 3500 m Radius. Damit ist das damalige Nagasaki so gut wie abgedeckt.

Sehr viele Geschichten Überlebender beschrieben die Schreie der sterbenden Menschen, für die kaum Wasser, Hilfe oder Medizin vorhanden ist. Die wenigen Überlebenden mussten ihr restliches Leben mit Verbrennungen kämpfen und damit habe ich die tödliche Strahlung noch nicht mal erwähnt, die noch Jahrzehnte später zu Todesopfern führte.

Ein weiteres Problem, über das ich bisher noch nicht nachgedacht hatte sind die psychischen Folgen. Im Museum wird damit nicht die Belastung der vielen Verluste beschrieben sonder die soziale Ausgrenzung und Isolation der Überlebenden. Durch die Ungewissheit der neuen Waffe gingen manche von einer Ansteckungsgefahr aus und auch die sichtbaren Verstümmelungen führten zu Ausgrenzungen.

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